Für Unternehmen

Bischöfliches Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Verantwortung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Logo Diözese Rottenburg-Stuttgart Im Juli 2008 hat das Bischöfliche Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum zweiten Mal für seine Dienststellen in Rottenburg und in Stuttgart in einem mehrjährigen Auditierungsprozess das Zertifikat „audit familieundberuf“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung erhalten.

Diözese Rottenburg-Stuttgart

Das audit berufundfamilie wurde auf Initiative und im Auftrag der gemeinnützigen Hertie-Stiftung entwickelt. Es ist ein strategisches Managementinstrument, das Arbeitgeber darin unterstützt, Unternehmensziele und Mitarbeiterinteressen in Balance zu bringen. Einsetzbar in allen Branchen und Betriebsgrößen erfasst das audit den Status quo der bereits angebotenen Maßnahmen und ermittelt systematisch Entwicklungspotenzial eines Unternehmens in Sachen Familienbewusstsein.

Die praktische Umsetzung der erarbeiteten Ziele und Maßnahmen überprüft die berufundfamilie gGmbH, eine Tochter der Hertie-Stiftung, jährlich. Nach drei Jahren können im Rahmen einer Re-Auditierung weiterführende Ziele vereinbart werden. Die anschließende Überprüfung dieser Ziele findet wiederum nach weiteren drei Jahren statt. Dieses Ziel hat das Bischöfliche Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart nun erreicht.

Das Auditierungs- und Zertifizierungsverfahren "berufundfamile" besteht seit 10 Jahren. Rund 600 Unternehmen haben sich bislang zertifizieren lassen. Allerdings können nur 12 Unternehmen und Institutionen sowie zwei Hochschulen für sich in Anspruch nehmen, zum zweiten Mal in ihrer familienbewussten Personalpolitik und –führung bestätigt worden zu sein.

"Familien stärken" - mehr als pastorale Pflicht
Diese statistischen Hinweise besagen ein Zweifaches: Zum einen setzt sich immer mehr die Einsicht durch, dass Unternehmenserfolg und Familienfreundlichkeit keine Widersprüche sind, sondern einander ergänzen. Zum anderen springt das Bischöfliche Ordinariat nicht auf einen fahrenden Zug des Zeitgeistes auf, sondern hat als Arbeitgeber die Verantwortung für die familiären Belange der Belegschaft bereits früh erkannt. "Familien stärken": das gehört zu den pastoralen Prioritäten und zu den strategischen Zielen dieser Diözese für die kommenden Jahre“, so Dr. Clemens Stroppel, Generalvikar des Bischöflichen Ordinariats. "Wir würden uns als Kirche unglaubwürdig machen, wenn wir immer das Hohe Lied der Familie singen und den Familien in unserer Mitarbeiterschaft das Leben erschweren würden", so Stroppel weiter.

Was heißt das konkret?
Im Jahr 2001 entschied sich die Diözese Rottenburg-Stuttgart, sich für die Dienststellen des Bischöflichen Ordinariats in Rottenburg und Stuttgart an dem Auditierungsprozess "berufundfamilie" zu beteiligen. Unter externer Moderation hat eine abteilungs- und hierarchieübergreifende Arbeitsgruppe die damals bestehenden Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf analysiert, Handlungsfelder definiert und für die kommenden drei Jahre Ziele vereinbart. Konkret ging es um flexible Regelungen bei Arbeitszeit, Arbeitsbefreiung und Arbeitsort, um Beratungsangebote, Fortbildung und Qualifizierung, um finanzielle Leistungen und Vergütungen, um Mutterschutz, Elternzeit, Sonderurlaub, Kinderbetreuung und Kontakt zur beruflichen Praxis während der beruflichen "Auszeit".

Über die entsprechenden Entwicklungen und Maßnahmen wurde regelmäßig Bericht erstattet. Die Zielerreichung in diesen Bereichen wurde durch das erste Zertifikat im Jahr 2005 bestätigt.

Für die folgende Phase bis zum Jahr 2008 wurden u. a. folgende Ziele vereinbart und kontinuierlich überprüft:

- Überprüfung von Nutzen und Gewinn der variablen Arbeitszeit
- Stärkere Berücksichtigung der Arbeitszeitgestaltung mit Rücksicht
  auf die Lebensphasen und –situation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Bearbeitung des Themas Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
- Optimierung der Auslastung von Zeit, Raum, Technik und Personal,
  um die Interessen von Arbeitgeber und Mitarbeitenden noch besser
  in Ausgleich zu bringen
- Aufbau eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements
- Weiterentwicklung der Flexibilisierung des Arbeitsorts
- Führungsgrundsätze in die Praxis umsetzen und Führungsgespräche
  intensivieren
- Frauen für und in Führungspositionen qualifizieren
- Und zu all dem gehört: Systematische interne und externe Kommunikation

Dass das bischöfliche Ordinariat bei der Erreichung dieser Ziele nachprüfbar erfolgreich war und ist, bescheinigt nun die zweite Zertifizierung durch das Audit "berufundfamilie" in diesem Jahr. "Wir werden an diesen Zielen und Aufgaben weiterarbeiten. Denn beides ist uns auch künftig wichtig: dass unsere Mitarbeitenden motiviert und zufrieden sind, und dass sie ihr Familienleben gut gestalten können – nicht obwohl, sondern weil sie erfolgreiche und geschätzte Mitarbeitende sind", so Dr. Clemens Stroppel.

PDF-Datei zum Download:
Bischöfliches Ordinariat - Audit Beruf und Familie
Bischöfliches Ordinariat - Zertifikat Audit Beruf und Familie