Für Unternehmen

tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH
Familienfreundlichkeit muss nicht viel kosten

tisoware Bei tisoware in Reutlingen sind die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer willkommen. Sehr erfolgreich schnitt das Unternehmen für Software-Komplettlösungen im Bereich Zeitwirtschaft daher im vergangenen Jahr beim Landeswettbewerb „Gleiche Chancen für Frauen und Männer im Betrieb“ ab. Das Reutlinger Unternehmen belegte in der Kategorie Mittlere Betriebe den dritten Platz. Neben der Chancengleichheit im Betrieb zeichnet der Wettbewerb auch die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens aus.

tisoware Kinderbetreuung

WNA: Frau Dörr, in Ihrem Betrieb ist es normal, dass Mütter und Väter ihre Kinder mit zur Arbeit bringen können. Was möchten Sie damit erreichen?
Dörr:
In unvorhersehbaren Fällen oder Notlagen bei der Kinderbetreuung ist es mir lieber, wenn die Kinder bei uns sind, als dass der Mitarbeiter mit dem Kopf wo anders ist.

WNA: Wie meinen Sie das?
Dörr:
Wir haben Mütter, die noch keinen KiTa-Platz für ihre Kleinen haben oder Mitarbeiter, deren Kinder wegen Krankheit nicht in den Kindergarten gehen können. Es kommt auch immer wieder vor, dass beim Nachwuchs unserer Angestellten der Unterricht in der Schule ausfällt. Eltern, das weiß ich aus eigener Erfahrung, die sich Sorgen um ihre Kleinen machen oder gar nicht wissen, wer auf sie aufpassen soll, während sie arbeiten müssen, sind nicht hundert Prozent bei der Sache und müssen manchmal sogar außerplanmäßig Urlaub nehmen, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Da ist es mir lieber, wenn sie den Nachwuchs mitbringen.

WNA: Ihre 61 Mitarbeiter haben zusammen beachtliche 77 Kinder. Stören die im Betrieb nicht?
Dörr:
Nein. Die Kinder gehören einfach dazu. Wir kennen sie inzwischen fast alle. In Massen kommen sie sowieso nicht in die Firma. Zu „Hoch-Zeiten“ sind im Schnitt vier bis sechs Kinder da. Natürlich kommt es vor, dass ein Mitarbeiter mal kurz den Arbeitsplatz verlässt, um mit seinem Kind zur Toilette zu gehen oder um ihm in der Cafeteria ein Brötchen zu geben. Die Kollegen unterstützen sich dabei gegenseitig. Meistens beschäftigen sich die Kinder aber allein. Sie kopieren, vernichten Akten oder machen im Besprechungsraum Hausaufgaben und Spielzeug gibt es zudem.

WNA: Bieten Sie den Kindern auch ein Programm an?
Dörr:
Wir haben in den Sommerferien schon für vier Wochen eine Erzieherin geholt, die mit den Kindern ein Ferienprogramm machte. Die Kinder sind viel zum Spielen raus gegangen oder waren gemeinsam im Zirkus. Eine dauerhafte Betreuung während der Schulzeit wird jedoch seitens unserer Mitarbeiter und der angesiedelten Betriebe hier in der Region leider nicht regelmäßig nachgefragt. Schade, wir hatten die Initiative dazu ergriffen und hätten an der Lösungsumsetzung intensiv mitgewirkt, zumal wir Kunden haben, die Kinderbetreuung „auf Zeit“ professionell anbieten. Es sind aber oft auch die kleinen Maßnahmen ohne großes finanzielles Engagement, die dazu führen, dass die Mitarbeiter eine Sorge weniger haben, nämlich nicht zu wissen, wohin mit ihren Kindern, wenn einmal die Schule ausfällt oder wenn es der Beruf des Partners nicht zulässt, die Betreuung zu übernehmen

WNA: Welche kleinen Maßnahmen meinen Sie?
Dörr:
Zum Beispiel ermöglichen wir unseren Mitarbeitern, ihre Arbeitszeiten weitgehend flexibel zu gestalten. In manchen Fällen bieten wir auch Tele-Arbeitsplätze beziehungsweise Home-Office-Büros an. Bei Familienfreundlichkeit im Unternehmen denken die meisten nur an Kinderbetreuung. Wir haben auch Mitarbeiter, die sich um die Pflege von Angehörigen kümmern. Für einen Mitarbeiter haben wir beispielsweise ein Vertriebsbüro in einem anderen Bundesland eingerichtet. Er musste wegen eines Pflegefalls in der Familie umziehen. Wir hätten ohne dieses Vertriebsbüro einen wertvollen Mitarbeiter verloren.

WNA: Die Auswirkungen der familienfreundlichen Ausrichtung ihres Betriebes lassen sich wahrscheinlich schwer in wirtschaftlichen Zahlen ausdrücken. Erkennen sie trotzdem einen Gewinn für Ihr Unternehmen?
Dörr:
Das stimmt. In wirtschaftlichen Zahlen lässt sich das schwer ausdrücken. Wenn ein Mitarbeiter aber Sorgen hat, erkennt man das. Wenn wir unseren Kolleginnen und Kollegen einige dieser Sorgen abnehmen können, setzt das große Potenziale frei. Die Mitarbeiter danken einem das. Auch die Kinder haben Spaß. Wir haben zum Beispiel einige Väter im Außendienst, die in den Sommerferien einmal die Woche an ihrem Innendiensttag ihre Kinder mitbringen. Die Kleinen sind immer ganz gespannt darauf, zu sehen, was ihre Väter so machen und sind meist ziemlich stolz auf den Papa. Wenn sich die Kinder freuen, sind auch die Eltern zufriedener. Letzten Endes profitieren so alle.

WNA: Vielen Dank für das Gespräch.

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